Rezensionsexemplar

Beate Maxian – Tod in der Kaisergruft

51Zl8rvXdYL._SX313_BO1,204,203,200_Eine schockierende Nachricht erschüttert das idyllische, sommerliche Wien: Ein Unbekannter hat in der weltberühmten Kaisergruft mehrere Geiseln genommen. Sarah Pauli, Journalistin beim Wiener Boten, befürchtet Schlimmes, als sie vor Ort berichtet. Und ihr Gefühl trügt sie nicht. Der Täter erschießt ohne erkennbaren Grund zwei Menschen, dann sich selbst. Sarah findet heraus, dass eine der Toten eine prominente Wiener Modezarin war. War die Tat etwa ein gezielter Mordanschlag auf die Frau? Und was hat es mit dem rätselhaften Totenkopf auf sich, der auf einem der Särge in der Gruft gefunden wird?divider-grey

Ich gebe es von vorneherein zu, ich und Lokalkrimis haben einfach keinen richtigen Draht zueinander. Und trotzdem versuche ich es immer und immer wieder, eine Serie zu finden, die mich wirklich begeistert und mit die „Provinz“ oder eben einfach das Lebensgefühl in einer Stadt wirklich lebendig und liebevoll vor Augen führt. Das war der Hauptauslöser, warum ich mir beim bloggerportal einen Band aus der Sarah-Pauli-Reihe ausgesucht habe. Wien kennenlernen und mit den Augen der Einheimischen sehen, dazu eine klassische Tätersuche  das klang nach einem recht spannenden Krimi für gemütliche Couchabende.


Ein wenig habe ich mich beim Lesen eher an ZDf-Vorabendserien erinnert gefühlt. Das lag vermutlich vor allem an den Figuren, die für meinen Geschmack einfach zu simpel gezeichnet sind und zu Teil schon fast in die Karikatur abgleiten. Insbesondere beim Modehaus habe ich im Hintergrund schon Horst Tappert herumschleichen sehen, der die Reichen und Schönen zum Verhör lädt. Hier wird wirklich kein Klischee ausgelassen, außer vielleicht eine würzige Liebesgeschichte zwischen Cousin und Cousine, mit der ich schon fast gerechnet hatte. Aber auch die anderen Figuren im Roman haben mich nicht überzeugen können. Liegt es daran, dass ich finde, dass diese Reporter, so wie sie dargestellt werden, dermaßen hehre Ziele verfolgen und so überhaupt nicht an ihrer Auflage interressiert sind und das Wort „Zeitungssterben“ für den Wiener Boten völlig unbekannt zu sein scheint? Sarah scheitn außer geistige Notizen anzufertigen, worüber sie denn mal schreiben würde, kaum wirklich zu schreiben. Und die Themenfindung und Themensetzung erschien mir glegentlich auch ein wenig seltsam und wenig leserorientiert. Einzig der Täter und sein Motiv haben mich dann überrascht – ich hatte zwar einen Verdacht, hätte aber nicht erklären können, warum diese Tat stattfindet. Das war dann wirklich eine überraschende, glaubhafte und durchaus nachvollziehbare Auflösung, die hier geboten wurde, und das hat mich dann wirklich mit dem Buch versöhnt.


Auch sprachlich hat mich der Krimi nicht völlig überzeugen können. Mit wenig Rafinesse werde ichdurchgelotst und erhalte zwar gelegentlich ein bisschen Wiener Dialekt mitgeliefert, sonst aber sehr bewährte und uninspirierte Darstellungen. Insgesamt also wieder einmal ein Buch, das ich vielleicht mit zum Strand nehmen, nachdem Lesen aber auch schnell vergessen würde.


Info-linkGoldmann Verlag, 352 Seiten. Das Buch wurde mirkostenlos über das bloggerportal zur Verfügung gestellt.

Kategorien:Rezensionsexemplar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s