Eigenes Buch

Katherine Webb – Das geheime Vermächtnis

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Nach dem Tod ihrer Großmutter erben die Schwestern Erica und Beth das Gut Storton Manor im englischen Wiltshire. Jahre sind vergangen, seit sie den herrschaftlichen Landsitz zuletzt betraten, zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an ihre Kindheit, als ihr Cousin Henry mit zwölf Jahren spurlos verschwand. Doch die Vergangenheit lässt Erica nicht los. Sie liest alte Briefe ihrer Großmutter und gerät immer tiefer in den Bann eines Familiengeheimnisses, das offenbar seit Generationen auf Storton Manor gehütet wird …


Es gibt gute Familiensaga-Romane (warum sonst empfehle ich hier denn dauerhaft Kate Morton?) und es gibt … naja, sagen wir, es gibt Familiensaga-Romane, die sich an ihrer Grundidee aufhängen und dann um jeden Preis versuchen, etwas „Neues“ oder „Originelles“ zu schaffen. Dabei kann es dann passieren, dass die Ideengäule durchgehen und ein wenig zu viel auftaucht, sodass die innere Logik der Geschichte oder das, was ich den Erzählflow (also das angenehme Gefühl des Sich-in-den-Roman-Reinversenken) nenne, ein bisschen leiden, weil ich beim Lesen eher das Gefühl habe: „Ahja, klar … mhm … ui, jetzt werden wir auch noch exotisch“.
Genau das ist meiner Meinung nach Katherine Webb passiert. Erica und Beth erben von ihrer Großmutter den Landsitz Storton Manor, den beide in eher unguter Erinnerung haben. Beim Ausräumen entdeckt Erica eine Fotografie ihrer Urgroßmutter Caroline mit einem Säugling – aber der kann keiner ihrer Vorfahren sein, denn Caroline war zum Zeitpunkt der Aufnahme des Fotos noch unverheiratet. So weit, so gut. Die Ausgangsbasis klingt spannend und vielversprechend, wird jetzt jedoch angereichert mit der gehörigen Prise Exotik. Es treten auf: ein Gruppe nicht näher definierter Angehöriger von „wanderndem Volk“; ein liebenswerter geistig Behinderter; ein verbotener Jugendfreund; ach ja, und ein paar Indianer braucht man auch noch. Das ganze einmal gut durchmischen und *zack* haben wir eine Familiensaga, die an ihren eigenen Ideen zu Grunde geht.


Das liegt daran, dass die Figuren dazu tendieren, immer nur zwischen extremen Gefühlslagen zu pendeln und dadurch gerne mal Handlungen vornehmen, die – mit Verlaub gesagt – ziemlich überzogen sind. Und genau so eine überzogene Handlung (ach halt nein, gleich ihrer zwei, oder vielleicht doch drei?) macht dann die Auflösung dieses Buches aus, von dem ich dadurch ziemlich enttäuscht war. Ich hätte bei den Indianern schon aussteigen sollen, aber habe mich dann weiter durchgekämpft,um dann fassungslos den Kopf zu schütteln. Glaubwürdigkeit geht wirklich anders.


Info-linkDiana Verlag, 542 Seiten.

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