Rezensionsexemplar

Phaedra Patrick – Wie Arthur Pepper sich vor seiner Nachbarin versteckte und am Ende doch sein Herz fand

51ufLNMcLKL._SX313_BO1,204,203,200_Arthur Pepper. 69 Jahre alt. Seit einem Jahr Witwer. Führt ein geregeltes Leben ohne größere Überraschungen – bis er auf ein Armband seiner verstorbenen Frau stößt, das er noch niemals zuvor gesehen hat. Hatte seine Frau Geheimnisse vor ihm? Einen Liebhaber? Wo kommen die acht Anhänger her? Um das herauszufinden, muss er aus seiner Routine ausbrechen und sich auf die Spuren dieses Armkettchens begeben. Und so kommt es, dass er einen Tiger abwehren muss, mit einem bekannten Autoren spricht, nackt vor einer Kunstklasse posiert – und somit letztendlich nicht nur seiner Frau näher kommt, sondern auch sich selbst. Und vielleicht auch einer neuen Liebe …


Ich habe das Buch vor zwei Wochen gelesen und schreibe jetzt frisch aus dem urlaub zurück die Rezension dazu … und stehe schon vor dem Problem, dass ich einfach so gar nichts Kluges zu diesem Buch zu sagen weiß. Zumindest kann ich genau sagen, warum das so ist, denn wenn mich jemand bittet, mich an diese Lektüre zu erinnern, dann habe ich automatisch ein leises Plätschern im Ohr. Dieser Roman ist für mich ein typisches Beispiel für einen Roman, der aufspringt auf eine Welle – die vor einigen Jahren eingesetzt hat mit „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ – und auf der zwar mitschwimmt, aber so gar keinen eigenen Schwimmstil dabei entwickelt, sondern sich nur am Surfbrett der anderen festhält.


Was meine ich genau damit? Phaedra Patrick ist keine schlechte Autorin. Sie kann ganz ansprechend erzählen und gestaltet Figuren, die zum Teil wirklich interessant und vielschichtig sind. Und trotzdem schaffen es diese Figuren nicht, mich wirklich zu faszinieren und sie mir so plastisch vorzustellen, dass ich sie gerne kennenlernen möchte. Ich nehme sie im Buch hin, aber kaum ist das Buch zugeklappt, vergesse ich sie schon wieder langsam.


Ähnlich geht es mir mit dem Handlungsverlauf der Geschichte. Arthur Pepper findet ein Jahr nach dem Tod seiner Ehefrau ein Armband, das er nie zuvor gesehen hat. Er will herausfinden, was es damit auf sich hat und gerät dadurch immer weiter in absurde Situationen, die ihn aus seiner Komfortzone herausholen. Allerdings, und das meine ich mit dem Surfbrett, sind das alles Situationen, die man genauso in einem solchen Roman erwartet, und die in erster Linie dazu dienen, möglichst verrückte Wandlungen herbeizuführen, egal, wie glaubwürdig sie sind. Da telefoniert man dann eben mal kurz mit Indien und wird direkt eingeladen und selbstverständlich wissen dort alle sofort, wovon die Rede ist – nach fünfzig Jahren, wohlgemerkt – und plaudern über die guten alten Zeiten. Oder auch der Trip nach Paris  das war alles so bilderbuchmäßig, so nett und hach, dass es mich irgendwann auch ein wenig gelangweilt hat.


Die eigentlich recht schöne Botschaft des Buchs geht in diesem Geplätschere dann auch ziemlich unter, mehr noch, sie versteckt sich hinter einem vorauseilenden „die Familie ist so viel wichtiger“, zu dem jeder Beteiligte brav nickt und es gut findet. Mir war das Buch insgesamt einfach zu gltt gebügelt und weich gespült. Es ist eine nette Strandlektüre, aber eben nicht mehr als nett.


Info-linkbtb verlag, 384 Seiten. Das Buch wurde mir kostenlos über das bloggerportal als Rezensionsexemlar zur Verfügung gestellt.

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