Rezensionsexemplar

Terry Pratchett – Hohle Köpfe

D51VDelMhcxL._SX312_BO1,204,203,200_ichter Herbstnebel liegt über Ankh-Morpok, und in der Stadt geschehen seltsame Morde. Scheinbar grundlos werden ein Bäcker und ein Priester umgebracht. Auch auf den ansonsten unantastbaren Patrizier wird ein Giftanschlag verübt, den er glücklicherweise überlebt. Für Sir Samuel Mumm, den Kommandeur der Stadtwache, ergeben diese Verbrechen keinerlei Sinn. Die Spuren führen ihn schließlich zu den Golems, willenlosen Geschöpfen aus Lehm, die immer nur arbeiten und noch nie Ärger machten. Doch jetzt haben sie offenbar damit begonnen, sich selbst aus dem Weg zu räumen …


Terry Pratchetts Scheibenwelt ist so vielfältig, wie man sie sich als Fantasy-Leser nur wünschen kann. Ich vertrete ja auch die Meinung, dass es für jeden da draußen den richtigen Pratchett gibt, man kann nur manchmal Pech haben und bei der Suche erst über all die Reihen stolpern, die nicht für einen geeignet sind. Ich muss als Leswr immer wieder feststellen, dass die Reihe, mit der ich am wenigsten anfangen kann, ausgerechnet die um die Stadtwache des wundervollen Ankh-Morpork ist. Trotzdem habe ich mich dazu entschieden, diesen Pratchett in einer Neuübersetzung zu lesen und Kommandeur Mumm und seinem Team wieder einmal eine Chance zu geben.


Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich die Übersetzung nicht so gelungen finde. Ich hatte das Gefühl, dass ganz viel von Pratchetts Wortwitz einfach verloren gegangen ist – auch wenn ich den Originaltext nicht kenne, der deutsche Text zumindest wirkte auf mich streckenweise sehr steril. Außerdem als Hinweis, beim mir vorliegenden ebook auf meinem amazon fire waren die Fußnoten, die für Pratchetts Romane so wichtig sind, immer gebündelt am Ende eines Teils untergebracht. Das fand ich extrem nervig beim Lesen, denn grade diese plötzlichen Einschübe will ich nicht erst mühsam wieder suchen und finden müssen (oder im schlimmsten Fall, mir so lange merken müssen, bis ich dann mal bei der Sammlung angekommen bin).


Wirklich nett fand ich, dass man beim Lesen immer mehr das Gefühl hat, statt einer Stadtwache allmählich einer modernen Polizei-Institution zuzusehen. Zwar die Variante der Scheibenwelt, aber letztlich haben wir es hier mit einem ganz klasssichen Krimi zu tun, der nur angereichert ist mit einigen netten absurden Einfällen. Dazu gehört auf jeden Fall die Einfphrung eines neuen Teammitglieds, nämlich Grinsi Kleinpo, ein Zwerg mit Geschichte, wenn man mal so sagen will. Da finde ich aber bereits den Namen der Übersetzung so doof, dass ich Grinsi einfach nicht komplett sympathisch finde. Zumindest ist dieser Zwerg eine nete Ergänzung zu dem, was ich gerne als eine Folge CSI Ankh-Morpork nennen möchte, denn genau so wirkte das Buch auf mich. Mehrere Fälle, verwoben durch seltsame Zwischensequenzen, und viel gute alte Polizeiarbeit. Naja, und dann noch ein wenig Wappenkunde to go, was will man mehr?


Auf diesem Gerüste fehlt mir ersönlich eben leider wirklich das Fleisch auf den Knochen. Ich werde einfach nicht warm mit dieser Kombination aus seriöser Krimihandlung, Scheibenwelt’scher Situationskomik und Pratchetts Humor. Alles bleibt ein wenig flach und plump und hat mich beim Lesen maximal müde lächeln lassen. Es gibt also leider deutlich bessere Bände aus der Reihe, sodass ich diesen nur für hartgesottene Fans empfehle, auf keinen Fall für Erstleser.


Info-linkGoldmnn Verlag, 384 Seiten. Das Buch wurde mir kostenlos über das bloggerportal zur Verfügung gestellt.

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