Eigenes Buch

Hjorth und Rosenfeldt – Die Opfer, die man bringt (Sebastian Bergman #6)

41TzcjWC9qL._SX303_BO1,204,203,200_Kriminalpsychologe Sebastian Bergman hat sich damit abgefunden, dass er Kommissar Höglunds Team bei der Reichsmordkommission verlassen musste. Er widmet sich seinem Buchprojekt und hält Vorträge, einzig zu Tatortanalytikerin Ursula hat er noch Kontakt. Seine Tochter Vanja will ihn weder sehen noch sprechen. Vanja arbeitet inzwischen bei der Polizei in Uppsala, sie ermittelt in einer perfiden Vergewaltigungsserie. Als die Reichsmordkommission eingeschaltet und auch Sebastian Bergman hinzugezogen wird, trifft das Team von einst wieder zusammen: Alte Konflikte drohen zu eskalieren. Und der brutale Vergewaltiger schlägt weiter zu. Bei der Suche nach ihm verdichten sich die Hinweise, dass er seine Opfer nicht zufällig auswählt. Doch gleich mehrere Personen scheinen verhindern zu wollen, dass die Verbindung zwischen den Frauen ans Licht kommt und der Täter gefasst wird.


Was habe ich auf dieses Buch gewartet. Die Könige des Cliffhangers sind endlich wieder zurück und endlich erfährt man, wie es mit der Reichsmordkommission weitergeht. Denn ganz ehrlich, die Reihe rund um Sebastian Bergman liest man eher zweitrangig wegen der Fälle, sondern vor allem wegen der durchaus spanneden Entwicklungen innerhlab der Figuren, die dann wiederum Auswirkungen auf das restliche Team haben. Dieses psychologische und soziale Geflecht wird von den Autoren immer wieder neu durchmischt und weiterentwickelt. DAs geschieht auch im jetzt neu erschienenen Band 6, den ich persönlich aber wieder für einen der eher schwächeren Bände der Reihe halte.


Woran liegt diese Einschätzung? Vor allem daran, dass der Fall, in dem hier ermittelt wird, im Laufe der Seiten mehr und mehr in den Hintergrund tritt, bis es so weit kommt, dass er gelöst wird und ich als Leser erstmal gar nicht genau verstehe, warum der jetzt gelöst werden kann und mich dann zweitens frage, warum mir jetzt dieser Mörder mehr oder weniger aus dem Hut gezaubert wird. So richtig zufrieden bin ich weder mit dem Motiv noch mit dem modus operandi, bei dem ich eher glaube, er ist der Tatsache geschuldet, dass er einen Cliffhanger anteasert, der mir persönlich jetzt einen klitzeklinen Tick zu weit weg von den bisherigen realistisch wirkenden Strängen führt und mich gefühlt mitten im RTL2-Niveau sitzen lässt.


In Bezug auf die Figuren tut sich natürlich wieder einmal etwas. Sebastian Bergman allen voran ist weiterhin ein manipulativer Charakter, dessen Motivation dieses Mal aber fast schon liebevoll beäugt werden kann. Er will zumindest in irgendeiner Weise wieder Kontakt zu Vanja haben und ist dazu sogar dazu bereit, ein klein wenig über seinen Schatten und seine Sexsucht zu springen. Es war tatsächlich fast rührend, dass er bei der wohl einzigen Sache, die er mal macht, um sozial zugänglich zu sein, so ins Fettnäpfchen tritt.

Ursula wird sich in den näcshten Bänden eventuell interessant entwickeln, zumindest hat sich da jetzt langsam etwas Spannendes angedeutet, sowohl bei ihrer Beziehung zu Sebastian als auch ihrem zunehmend deutlicheren Weinkonsum. Ich hoffe nur, es läuft nicht auf die übliche „alternde Trinkerin“-Geschichte hinaus, das würde ihr einfach nicht gerecht werden.


Ja, und dann ist da noch Billy. Billy, der langsam ganz schön tief in den Misthaufen stiefelt und mich am Ende des Buchs wirklich noch schockieren konnte. Nicht zu vergessen, dass er vermutlich im nächsten Band eindeutig zur Hauptfigur werden wird und ich ich jetzt schon frage, ob Hjorth und Rosenfeldt bereit wären, ihn zugunsten der Handlung zu opfern oder sich noch einem Twist überlegen können, mit dem er uns erhalten bleibt. Das wird wirklich spannend und genau deshalb freue ich mich schon wieder auf Band 7!


Info-linkWunderlich, 560 Seiten.

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