Rezensionsexemplar

Susanne Goga – Die vergessene Burg

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1868. Paula Cooper führt ein zurückgezogenes Leben, bis sie einen unerwarteten Brief erhält. Ihr schwer kranker Onkel Rudy bittet eindringlich um ihren Besuch – im fernen Bonn. Voller Neugier reist Paula von England an den Rhein. Fasziniert von der malerischen Landschaft entdeckt sie eine fremde Welt und lernt den Fotografen Benjamin Trevor kennen. Aber sie ahnt, dass ihr Onkel etwas verheimlicht, und auch die Widersprüche um das Schicksal ihres verstorbenen Vaters mehren sich. Welcher dunklen Wahrheit über ihre Familie muss sich Paula stellen?


Da ich vor etwa zwei Jahren Susanne Gogas Erstlingswerk gelesen und durchaus genossen hatte, war ich ziemlich gespannt, als ich mich für ein weiteres Buch von ihr als Rezensionsexemplar gemeldet habe. In den letzten Tagen habe ich diesen historischen Familiengeheimnisromam dann gelesen und bin ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht. Mit gutem Willen habe ich ein oder zwei recht nette Dinge darin entdeckt. Zum einen gefiel mir das historische Setting der Briten am Rhein, das wirklich neu war und überraschend interessant für mich. Zum anderen gefiel es mir, dass am Ende des Buchs tatsächlich einige Farbfotos die im Buch auftauchenden Schauplätze illustrieren. Auch das im Nachwort erwähnte youtube-Video mit einem Drohnenflug durch eine der Burgruinen ist wirklich schick und rückt die Geschichte nahe an den Leser heran. Insgesamt sind die Landschaftsbeschreibungen so eindrücklich, dass ich das spontane Bedürfnis entwickelt habe, eine Rheinkreuzfahrt zu unternehmen, um das alles selbst zu sehen.


Aber ach, leider ist der Rest des Buchs nicht so versprechend. Da sind zum einen die Figuren, die alle durch die Bank weg völlig blass sind. Paula hat mir als potentielle Identifikationsfigur nichts zu bieten, ihr Onkel war für mich bereits in der ersten Szene „enttarnt“, der gute Benjamin ist als love interest die wohl uninteressanteste Gestalt, der ich in einem solchen Umfeld begegnet bin. Die Geschichte rund um das Verschwinden von Paulas Vater wäre wirklich vielversprechend, würde ich sie direkt miterleben, statt sie immer nur indirekt erzählt zu bekommen. Mensch, nur ein einziges Mal diesen Romantiker erleben, das wäre so ein toller Moment – stattdessen bleibt es streckenweise einfach nur langatmig, bleiben mir die Motive der Personen seltsam unerklärlich. Vor allem die Auflösung wirkt dann dementsprechend sehr schnell und irgendwie unglaubwürdig, auch da wäre ich gerne sehr viel länger in den Köpfen des Täters gewesen als mit nur ein paar wenigen Sätzen.


Alles in allem war das ein Buch, das halt okay war. Eine nette Werbemaßnahme für den Rhein auf jeden Fall, angenehm schnell zu lesen, aber ohne großen Gedächtniswert.


Info-linkSusanne Goga: „Die vergessene Burg“. Diana, 2018. 448 Seiten. Das Buch wurde mir kostenlos vom Verlag über das bloggerpotal zur Verfügung gestellt.

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