Eigenes Buch

Jussi Adler Olsen – Selfies (Sonderdezernat Q #7)

51IGrrmF9lL._SX319_BO1,204,203,200_Vizepolizeikommissar Carl Mørck wird zur Aufklärung eines brutalen Todesfalls von der Mordkommission in Kopenhagen hinzugezogen. Wie sich herausstellt, gibt es eine Verbindung zu einem mehrere Jahre zurückliegenden und ausgesprochen brisanten cold case, aus dem sich schwerwiegende Konsequenzen für die aktuellen Ermittlungen ergeben. Ausgerechnet jetzt geht es Carls Assistentin Rose sehr schlecht. Sie wird von grauenhaften Erinnerungen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht. Rose kämpft mit aller Macht dagegen an – und gegen das Dunkel, in dem sie zu ertrinken droht. Welche Rolle spielen die jungen Frauen Michelle, Jasmin und Denise, die sich zu einem starken und hochexplosiven Kleeblatt verbündet haben?


Sprechen wir bitte zuerst einmal über den Titel. Wie bescheuert ist der denn diesmal gewählt? Nichr nur, dass er sich einfach nicht einfügen will in die bisherige Reihe, hat er mit dem Inhalt des Bucher aush nicht mehr die entfernteste Bezugsmöglichkeit. Aber das ist nur ein Kritikpunkt in meiner Liste.


Nachdem ich vom letzten Band nicht mehr ganz so sehr begeistert war, muss ich sagen, dass mir dieser Teil jetzt zwar nicht hervorragend gefällt, aber zumindest wirkt er in der Gestaltung des Falls besser als der Vorgänger. Mir hat vor allem die Geschichte rund um Anneli gefallen – so viel, oder eher so wenig Spoiler sei gegeben, der Leser erfährt von Anfang an, um wen es sich bei dem Autofahrer handelt – und ich fand sie extrem gut entwickelt. Und irgendwe konnte ich mitfühlen mit ihr und ihren Gefühlen, mit ihrer Frustration, ihrer Angst und auch ihrer Selbstüberschätzung und Überheblichkeit. Hier hat Adler Olsen mal wieder das gemacht, was seine Bücher für mich auszeichnet, er wagt sich in neue Erzählperspektiven und Charaktere.


Was ich jedoch am Buch echt auszusetzen habe, ist die diesmal extrem schwache Verbindung der einzelnen Handlungsstränge. Irgendwie ist da zuviel Zufall dabei, oder nein, nicht Zufall, eher Willkür des Autors. „X ist die Nachbarin von Y und deswegen haben wir eine Brücke zwischen den beiden Fällen“ ist mir persönlich zu sehr konsturiert und zu wenig überzeugend. Ja, man braucht alle diese Handlungen, um das Gesamtbild zu sehen und nachvollziehen zu können, aber beim Lesen selbst wirkte es immer eher wie eine Nummernrevue. Der Fall an sich ist einfach zu konstruiert und verschachtelt, um wirklich Lesevergnügen herzustellen. Und auch von dem Strang um Rose hätte ich gerne mehr Hintergrund gehabt, mehr Schilderung und weniger Nacherzählung durch andere Personen. Vielleicht hätte es geholfen, wenigstens diese Handlung anders einzubetten, nicht so auf Teufel komm raus hier mit in den siebten Band einzufügen. So blieb leider auch nach diesem Band nun ein schaler Geschmack übrig und meine Hoffnung, dass sich Adler Olsen wieder fangen kann, ist inzwischen auf der Intensivstation gelandet.


Info-linkJussi Adler Olsen: „Selfies“. dtv Verlagsgesellschaft, 2018. 576 Seiten.

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