Eigenes Buch

Jussi Adler Olsen – Verheißung (Sonderdezernat Q #6)

51ktZWAsD5L._SX312_BO1,204,203,200_Eine Tote in einem Baum. Menschen auf der Suche nach Heilsversprechen in einer krisengeschüttelten, globalisierten Welt. Pseudoreligiöse Glaubensvereinigungen, verschwundene Frauen und ein ungeklärter Todesfall, dessen Spuren zu einem hochintelligenten, charismatischen Manipulator mit ehrgeizigen Zielen führen. Der sechste Fall für Carl Mørck und sein Team vom Sonderdezernat Q führt alle Beteiligten weit über ihre Grenzen – beruflich und privat.


Ich hatte das Buch vorbestellt, kaum dass ich mitbekommen hatte, dass es existiert, einfach weil ich wissen wollte, wie die Hindergrundgeschichte um Carl, seinen Freund Hardy und vor allem aber auch um Assad weitergehen wird. Das ist die erste Enttäuschung, auch hier wird von Assad wieder mal nur mehr Geheimnisvolles aufgedeckt, ohne dass man tatsächlich eine Aufklärung bekommt, das wird allmählich etwas langweilig. Da zwischen diesem Band und dem Vorgänger innerhalb der Geschichte drei jahre vergangen sind, fragt man sich natürlich auch ein bisschen, ob da jemand wie Carl immer noch einfach drüber wegschaut und nie auf eigene Faust mal nachforscht. Mit Gordon kommt jetzt erst einmal ein Neuer ins Team, der aber bislang nur Stichwortgeber und ziemliche Karikatur bleibt – tragisch, denn was ich an den Bücher so geschätzt habe, war die durchaus augenzwinkernde Ansammlung von realitätsnahen Typen mit Ecken und Kanten. Er hat aber durchaus Potential, wenn er ein wenig aus seinem Welpenstatus herauswachsen kann.


Am meisten gestört hat mich aber die Geschichte. War der Krimi bislang zwar immer schon recht haarsträubend, aber immer fair, funktioniert für mich die gesamte Konstruktion rund um die Ermittlungsaufnahme nicht so wirklich. Da sind zu viele tatsächliche Unabwägbarkeiten glattgebügelt durch den Autor, z.B. die Auffindestelle des Abschiedsbriefs, oder auch das herzlich-schmerzliche kitschige Ende. Nicht zuletzt fand ich die Erzählungen rund um Pirja sehr unspekatkulär und wenig ausgefüllt, die Geschichte von ihr und dem spirituellen Kosmos ist schon sehr plakativ. Da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, vielleicht auch mehr Erklärungen zu ihrer Vorgeschichte. Und dass ihr Plan tatsächlich aufgeht ist, alles was Recht ist, schon seeeeeeeeehr autorenbedingt.


Ja, man sieht, ich bin nicht wirklich begeistert vom Buch. Immerhin, es ist wieder schön locker-flockig geschrieben und flutscht nur so beim Lesen, so dass ich nach einem Tag bereits fertig war. Das ist ja auch schonmal etwas, aber von einem Adler Olsen hätte ich mir mehr versprochen.


Info-linkJussi Adler Olsen: „Verheißung“. dtv Verlagsgesellschaft, 2017. 604 Seiten.

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